21.12.2012 | Datenschutz

Social Media Marketing – Empfehlungen für die Praxis

Benutzung Sozialer Netzwerke contra Unternehmenssicherheit

Social Media ist für viele Unternehmen inzwischen ein sehr wichtiges Kommunikationsmedium für den Kundenkontakt. Facebook und Co. können jedoch bei nicht sachgemäßer Bedienung zu erheblichen Risiken führen, derer sich oft nicht alle privaten und professionellen Anwender bewusst sind.

In Unternehmen besteht auch die Gefahr von Datenverlust, Malware-Infektionen und damit zugleich Produktivitätseinschränkung durch Arbeitszeitmissbrauch, Netzwerküberlastung und Reputationsverlust. Auch kann es wissentlich oder unwissentlich zum Verrat von Firmengeheimnissen kommen.

Daher sollten die Mitarbeiter Ihres Unternehmens diesbezüglich geschult und sensibilisiert werden.
Die gezielte Schulung im datenschutzrechtlichen Umgang mit sozialen Netzwerken, stellt, neben durchdachten Regelungen in Bezug auf die Nutzung sozialer Netzwerke, einen messbaren Mehrwert für Ihr Unternehmen dar. Diese Grundsätze sind auch im Privatbereich sinnvoll.

Empfehlungen zur Benutzung von Sozialen Netzwerken innerhalb von Unternehmen

1. Unternehmensinterna sind vertraulich und als solche nicht in sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Dazu muss jedoch jeder Mitarbeiter wissen, was intern und vertraulich ist. Die Beiträge sollten sinnvoll und respektvoll sein. Gleiches gilt für Antworten auf Postings.

2. Verbot der Preisgabe von vertraulichen Informationen oder Betriebsgeheimnissen.

3. Passwörter, mit denen Mitarbeiter auf Firmendaten zugreifen, sind nicht dazu bestimmt, sich in soziale Netzwerke einzuloggen. Dies kann für das Unternehmen ein nicht mehr kalkulierbares Risiko darstellen.

4. Persönliche Meinungen über Unternehmensverantwortliche gehören nicht in Soziale Netzwerke. Kommunizieren Sie dies klar und deutlich innerhalb Ihres Unternehmens. Für gezielte öffentliche Äußerungen ist die Presseabteilung Ihres Unternehmens zuständig.

5. Arbeitnehmer dürfen keine unüberlegten Aussagen über das Unternehmen treffen. Das kann für den Arbeitnehmer unangenehme Konsequenzen bis hin zu Abmahnungen und Kündigung haben.

6. Mitarbeiter in Schlüsselpositionen sollten ihren aktuellen Standort nicht per geo-tracking mitteilen. Ansonsten könnten schnell nicht gewollte Bewegungsprofile erstellt werden.

7. Es muss festgelegt werden, welche Mitarbeiter auf Sozialen Netzwerken „für Ihr Unternehmen“ sprechen dürfen.

8. Rechtliche Vorgaben müssen eingehalten werden (insbesondere das Wettbewerbs- und Urheberrecht).

9. Der Umgang mit sozialen Netzwerken in Unternehmen sollte im Rahmen einer unternehmensbezogenen „Social-Media-Richtlinie“ den individuellen Gegebenheiten Ihres Unternehmens angepasst werden. Soeben aufgeführte Punkte werden Bestandteil der Richtlinie. Entsprechende arbeitsvertragliche Regelungen oder gesonderte betriebliche Vereinbarungen müssen erstellt und Bestandteil der Arbeitsverträge werden.

10. Seien Sie selbst Vorbild bei der Benutzung Sozialer Netzwerke, denn die Akzeptanz und Bereitschaft Ihrer Mitarbeiter, diese Regelungen mitzutragen, wird entscheidend von Ihrem Verhalten mitbestimmt.

Zielgerichtete Mitarbeiterbeiträge in Sozialen Netzwerken

Oft kommt es vor, dass Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter auffordern, Beiträge auf dem Facebook-Profil des Unternehmens zu posten. Wenn man die Kommunikation in Sozialen Netzwerken nicht ausschließlich auf der Ebene der Geschäftsleitung ansiedeln oder etwa in die Hände einer externen Marketingagentur legen will, muss sich jeder Arbeitgeber bewusst sein, dass die Kommunikation durch Mitarbeiter häufig ungefiltert und sehr direkt erfolgt.
Dies bestätigen nicht zuletzt unzählige Beispiele von misslungenen Äußerungen auf Facebook-Profilen, die oft sehr negative Folgen für das Unternehmen nach sich gezogen haben. Das betrifft nicht nur branchenübergreifend kleine oder mittlere Unternehmen. Ganz im Gegenteil, auch Global Player wie Daimler-Benz, Vodafone oder die Deutsche Bahn AG haben aktuell mit problematischen Aussagen von Mitarbeitern auf Facebook oder anderen Sozialen Netzwerken zu kämpfen. So hatte sich beispielsweise die Porsche AG, nach zahlreichen Mitarbeiterpostings gegen die Haltung einiger Vorstandsmitglieder zu Stuttgart 21, zum Verbot der Nutzung von Facebook im Unternehmen entschieden.

Social-Media-Guidelines

Konkrete betriebliche und arbeitsrechtliche Vereinbarungen über den Umgang mit Sozialen Netzwerken (Social-Media- Guidelines) der Geschäftsführung an die Mitarbeiter sind ein Muss für jedes Unternehmen, dass eine ungefilterte Kommunikation durch Mitarbeiter in Sozialen Netzwerken zulässt. Wird dies konsequent umgesetzt, gibt es einen Mehrwert für Ihr Unternehmen und das Social Media Marketing.


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