In 6 Schritten zum AI Inventory (KI-Verzeichnis)

Ein AI Inventory (auch KI-Inventar oder KI-Verzeichnis) ist eine strukturierte, interne Übersicht über alle KI-Systeme und -Anwendungen, die in einer Organisation entwickelt, eingesetzt oder genutzt werden. Es dient dazu, Transparenz über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zu schaffen und bildet eine zentrale Grundlage für ein effektives KI-Governance- und Compliance-Management, insbesondere im Hinblick auf den EU AI Act. Lesen Sie hier, wie das AI Inventory aussehen sollte und wie Sie es in 6 Schritten erstellen.

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Was umfasst ein AI Inventory?

Ein umfassendes AI Inventory sollte insbesondere folgende Informationen enthalten:

  • Bezeichnung und Beschreibung des KI‑Systems
  • Einsatzbereiche und spezifische Anwendungsfälle
  • Verwendete Datenquellen und verarbeitete Datenarten
  • Eingesetzte Algorithmen und Modelltypen
  • Zugehörige Abteilungen oder Teams innerhalb der Organisation
  • Risikobewertung gemäß den Kategorien des EU AI Act
  • Transparenz‑ und Kontrollmechanismen, einschließlich menschlicher Aufsicht
  • Dokumentation von Konformitätsbewertungen und technischen Unterlagen

Je nach Größe und Komplexität der Organisation kann das AI Inventory in Form einer einfachen Tabelle oder mithilfe spezialisierter KI‑Governance‑Tools geführt werden.

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Warum ist ein AI Inventory wichtig?

Obwohl der EU AI Act keine ausdrückliche Pflicht zur Erstellung eines AI Inventory vorschreibt, wird es als Best Practice angesehen, um:

  • einen systematischen Gesamtüberblick über die im Unternehmen eingesetzte KI zu erhalten
  • Risikobewertungen effizient durchzuführen
  • Transparenzpflichten besser erfüllen zu können
  • Verantwortlichkeiten klar zuzuweisen
  • ein genaues Change‑Management zu ermöglichen

Unterschied zum öffentlichen AI‑Register

Ein AI Inventory ist ein internes Werkzeug, das vertrauliche Informationen enthalten kann. Öffentliche AI‑Register, wie sie von manchen EU‑Staaten geplant sind, dienen der externen Transparenz. Ein internes AI Inventory erleichtert die Erfüllung von Meldepflichten gegenüber solchen Registern.

Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung zur Erstellung eines AI Inventory

Die folgenden Schritte zeigen auf, wie Sie systematisch ein AI Inventory in Ihrem Unternehmen aufbauen, pflegen und strategisch für Compliance‑Zwecke nutzen können.

Schritt 1: Zielsetzung und Umfang definieren

  • Zielsetzung klären: Bestimmen Sie, ob das Verzeichnis alle KI‑Systeme oder nur Hochrisiko‑KI‑Systeme gemäß EU AI Act erfassen soll.
  • Systeme identifizieren: Berücksichtigen Sie intern entwickelte, zugekaufte, lizenzierte sowie Open‑Source‑KI‑Systeme.
  • Verantwortlichkeiten festlegen: Bestimmen Sie, wer für die Pflege und Aktualisierung des Verzeichnisses zuständig ist.

Schritt 2: Datenstruktur und Erfassungsfelder festlegen

Definieren Sie die Informationen, die für jedes KI‑System erfasst werden sollen:

  • Systembezeichnung und Beschreibung
  • Einsatzbereiche und Anwendungsfälle
  • Verwendete Datenquellen und ‑arten
  • Eingesetzte Algorithmen und Modelltypen
  • Zugehörige Abteilungen oder Teams
  • Risikobewertung gemäß EU AI Act
  • Transparenz‑ und Kontrollmechanismen
  • Dokumentation von Konformitätsbewertungen

Schritt 3: KI‑Systeme identifizieren und erfassen

  • Systematische Erfassung: Durchsuchen Sie Ihre Organisation nach eingesetzten KI‑Systemen, z. B. durch Interviews mit Abteilungen, Analyse von IT‑Systemen und Überprüfung von Projektdokumentationen.
  • Kategorisierung: Ordnen Sie die Systeme nach Risiko, Einsatzbereich und Verantwortlichkeiten.

Schritt 4: Technische Umsetzung des Verzeichnisses

  • Tool‑Auswahl: Entscheiden Sie, ob Sie ein einfaches Tabellenkalkulationsprogramm oder spezialisierte Softwarelösungen (wie z. B. AI Flow von caralegal) verwenden möchten.
  • Zugriffsrechte: Stellen Sie sicher, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf das Verzeichnis haben.
  • Integration: Falls möglich, integrieren Sie das Verzeichnis in bestehende IT‑Systeme oder Compliance‑Tools.

Schritt 5: Prozesse für Aktualisierung und Pflege etablieren

  • Regelmäßige Überprüfung: Legen Sie fest, in welchen Abständen das Verzeichnis aktualisiert wird.
  • Änderungsmanagement: Implementieren Sie Prozesse, um Änderungen an KI‑Systemen zeitnah im Verzeichnis zu erfassen.
  • Schulungen: Schulen Sie relevante Mitarbeiter im Umgang mit dem Verzeichnis und den damit verbundenen Prozessen.

Schritt 6: Nutzung des Verzeichnisses für Compliance und Governance

  • Risikomanagement: Nutzen Sie das Verzeichnis zur Identifikation und Bewertung von Risiken im Zusammenhang mit KI‑Systemen.
  • Berichtswesen: Erstellen Sie regelmäßige Berichte für interne Stakeholder.
  • Kontinuierliche Verbesserung: Nutzen Sie Erkenntnisse aus dem Verzeichnis, um Prozesse und Systeme kontinuierlich zu verbessern.

Fazit

Ein AI Inventory ist ein zentrales Element für die Umsetzung eines verantwortungsvollen und gesetzeskonformen Umgangs mit KI‑Systemen innerhalb einer Organisation. Es ermöglicht eine strukturierte Erfassung und Bewertung aller KI‑Anwendungen und bildet die Grundlage für weitere Compliance‑Maßnahmen im Rahmen des EU AI Act.

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Philipp Müller-Peltzer
Rechtsanwalt, Partner | Berlin